
Wenn wir eine Paarbeziehung eingehen, glauben wir meistens, es seien die körperliche Anziehung oder gemeinsame Werte und Interessen, was uns verbindet. Das stimmt natürlich auch, aber es gibt noch etwas anderes, was uns bestimmte Partner anziehen lässt, dessen wir uns meistens nicht bewusst sind: die Schattenwelt. Und diese ist sehr mächtig!
Wenn die Verliebtheit nachlässt …
Verliebte Paare betrachten die Beziehung oft mit einer rosaroten Brille. Am Anfang ist noch alles Eitel-Wonne-Eierkuchen. Doch nach einer Weile kristallisieren sich immer mehr die Schwierigkeiten heraus, die Paare miteinander haben. Dabei zeigen sich immer wieder bestimmte Muster. Wenn der eine A sagt oder macht, reagiert der andere reflexhaft mit B. Vielleicht kennst du das auch aus deiner Beziehung.
Je mehr sich diese Muster bereits gefestigt haben, desto schwerer ist es, daraus wieder auszusteigen. Obwohl manchmal beide Partner, wenn sie einigermaßen reflektiert sind, wissen, dass diese nicht konstruktiv sind und beide darunter leiden. Hier ist die Schattenwelt aktiv.
Die Archetypen Frau, Mann, Mama, Papa, Kind
Im Idealfall begegnet in Paarbeziehungen eine erwachsene Frau einem erwachsenen Mann. Wenn die innere Frau einer Frau erlöst ist, wird sie in Beziehungen als erwachsene Frau agieren. Wenn beim Mann der innere Mann erlöst ist, wird er als erwachsener Mann agieren.
Wenn der innere Mann einer Frau erlöst ist, wird sie sich von Männern angezogen fühlen, die diesem inneren Mann entsprechen. Beim Mann ist es umgekehrt.
Oft ist das aber nicht der Fall. Dann sieht z.B. der Mann in seiner Frau die Mama und rutscht in die Position des Kindes. Oder umgekehrt. Es kommunizieren dann nicht mehr Mann und Frau miteinander, sondern innere Mama und inneres Kind. Das, was mit der Mutter nicht gelöst ist, wird auf die Frau projiziert. Umgekehrt gilt dasselbe.
Die Attraktion der Schattenwelt
Zwar können auch Projektionen von anderen wichtigen Personen in der Beziehung eine Rolle spielen, aber archetypisch sind Mama und Papa die wichtigsten Bezugspersonen für ein Kind und die Vorbilder für die spätere Partnerwahl. Wenn diese Vorbilder nicht ideal waren, sind Schwierigkeiten in späteren Paarbeziehungen vorprogrammiert.
Solche unerlösten Anteile haben dann eine hohe Attraktion, wenn der Partner oder die Partnerin ebenfalls unerlöste Anteile hat, die komplementär dazu passen. So suchen wir uns unbewusst Partner, deren Schatten zu unserem eigenen Schatten passt und mit denen wir die Themen abarbeiten können, die wir mit unseren Eltern nicht gelöst haben.
Encounter – authentische Begegnung
In Paarsessions lassen sich diese Muster und die dahinter liegenden unerlösten Schattenanteile in kurzer Zeit sehr gut aufzeigen.
Die Paarsession beginnt mit einem Encounter. Encounter heißt „Begegnung“. Dabei geht es darum, einander offen und rückhaltlos zu begegnen, ohne Masken und ohne die üblichen Muster mit Vorwürfen, Unterstellungen usw. Die Methode wurde ursprünglich in der Selbsterfahrungsszene entwickelt und in Gruppen angewandt, in denen es darum ging, authentisch zu kommunizieren. Bernd Joschko hat sie schließlich auf Paarbeziehungen übertragen.
Bei einem Encounter sitzt sich das Paar gegenüber und schaut sich in die Augen. Schließlich fängt einer an zu sagen, was er beim anderen wahrnimmt und wie das auf ihn wirkt. Dabei werden bestimmte Regeln eingehalten, z.B. dass jeder den anderen ausreden lässt, aufmerksam zuhört und Ich-Botschaften sendet. Der andere sagt dann immer zuerst, was er gehört hat. Es ist nämlich absolut nicht selbstverständlich, dass das, was einer sagt, beim anderen auch genau so ankommt! Dann sagt er, was das bei ihm auslöst. So geht das hin und her, bis alles ausgesprochen ist, was gesagt werden soll.
Schattenanteile zeigen sich in der Kommunikation
Als Begleiterin kann ich dabei bereits die Schattenanteile aufzeigen, die sich in der Kommunikation der beiden zeigen, z.B. durch Fragen wie „Wer sitzt dir da jetzt noch gegenüber?“ „Wer hat das auch schon immer gesagt, ist auch schon so mit dir umgegangen?“ „Woher kennst du das?“ „Zu wieviel Prozent sprichst du jetzt mit deinem Papa?“
Ein Encounter dauert ungefähr eine Stunde. Meistens kommen sich die Partner dabei näher, weil sie einander mehr spüren können als wenn sie in ihren Mustern gefangen sind. Der Encounter ist eine gute Vorbereitung auf die eigentliche Paarsession. Beim Encounter geht es noch nicht darum, irgendwelche Konflikte zu lösen, sondern die Partner miteinander in Kontakt zu bringen.
Der Beziehungsraum symbolisiert die Beziehung
In der eigentlichen Paarsession liegen die Partner nebeneinander mit verbundenen Augen auf der Matte, genauso wie auch in einer Einzelsession, nur eben zu zweit. Wie in der Einzelsession führe ich dann beide in Tiefenentspannung. Jeder geht dann in seinen Beziehungsraum, auf dessen Tür beide Namen stehen. Der Beziehungsraum symbolisiert dann, wie die Beziehung für den jeweiligen Partner aussieht.
Beide schildern hintereinander ihren Beziehungsraum. Jeder kann also hören, wie der Beziehungsraum des anderen aussieht. Hier zeigt sich schon viel über die Beziehung. Haben die Räume Ähnlichkeiten oder sind sie völlig verschieden? Fühlt sich einer im Raum wohl, der andere nicht? Usw.
Den Beziehungsraum des Partners betreten
Nun kann jeder den jeweils anderen in seinen Beziehungsraum rufen, wenn er nicht ohnehin schon drinnen ist. Er schildert dann, wie dieser hereinkommt. In welcher Stimmung kommt er? Wie verändert sich dadurch der Raum? Auch das sagt viel über die Beziehung aus.
Im nächsten Schritt können beide den Beziehungsraum des Partners besuchen. Wenn ein Partner den Beziehungsraum des anderen gar nicht sehen kann, sagt das auch viel aus. Normalerweise geht das aber. Die Partner können nun darüber kommunizieren, wie es ihnen im Raum des anderen geht und was sie darin machen. Dabei hat jeder zwei Partner in seinem Raum: den, den er selbst hereingeholt hat und den, der neben ihm liegt. Sind diese ähnlich oder ganz verschieden? Lassen sie sich zusammenführen?
Andere Personen hereinrufen
Spannend ist auch, was passiert, wenn nun etwa die Eltern, die Kinder oder Ex-Partner in den Raum geholt werden. Je nachdem, ob das leicht geht, wie sich diese verhalten und was sich dadurch verändert, zeigt sich, ob diese in der Beziehung eine Rolle spielen oder nicht. So kann es z.B. sein, dass es schwierig ist, beide Elternteile gemeinsam hereinzurufen, weil diese getrennt sind und im Streit leben. Frühere Partner können sich noch störend bemerkbar machen, wenn sie nicht in Liebe und Dankbarkeit verabschiedet wurden. Die Kinder des anderen können ebenfalls als Störfaktor wahrgenommen werden.
Wichtig ist, dass immer sofort rückgekoppelt wird, wie es dem anderen geht, wenn etwas passiert. Dadurch kommt Dynamik ins Geschehen und es wird klar sichtbar, wo die Probleme liegen. Hat ein Partner die Pubertät noch nicht abgeschlossen und muss das jetzt nachholen, indem er ständig rebelliert und keine Verantwortung übernehmen will? Hat ein Partner von einem Elternteil nie die Liebe und Anerkennung bekommen, die er sich gewünscht hat und sucht das jetzt in der Beziehung? Ist eine frühere Beziehung noch nicht beendet und ein Partner für dein anderen dadurch nicht wirklich frei? All das kann sich in der Paarsession sehr gut zeigen.
Die Beziehungsräume zusammenführen
Wenn die Beziehung gut ist, gelingt es schließlich, die beiden Beziehungsräume miteinander zu verbinden. Dann haben beide Partner zum Schluss einen gemeinsamen Beziehungsraum. Oder zumindest zwei gemeinsame Räume, zwischen denen sie nach Belieben hin und hergehen können.
Eigene Themen in Einzelsessions bearbeiten
Manche Schattenanteile lassen sich in der Paarsession auflösen. Bei Paaren, die miteinander viele Schwierigkeiten haben, dient die Paarsession jedoch eher dazu, bewusst zu machen und aufzuzeigen, was hinter den Schwierigkeiten steht und gelöst werden muss.
Wenn etwa noch an einem Papa- oder Mama-Thema gearbeitet werden muss, findet die eigentliche Arbeit dann in Einzelsessions statt. In der Regel haben in diesem Fall beide Partner Themen, die sie bearbeiten müssen. Wenn beide auch bereit sind, das zu tun, haben sie gute Chancen, als Mann und Frau zueinander zu finden und ihre Beziehung zu vertiefen. Sie können dann einander besser akzeptieren, wie sie sind und das Schöne genießen, das sie gemeinsam haben, ohne z.B. ständig einen Elternteil auf den Partner zu projizieren oder den Partner verändern zu wollen (was nie funktioniert!).
Wenn es zur Trennung kommt …
Es kann sich auch zeigen, dass es außer der Attraktion der Schattenanteile wenig gibt, was die Partner miteinander verbindet. Dann wird es wohl zur Trennung kommen. Wenn beide ihre Innenwelt erlöst haben, sind sie dann aber bereit, ihrem Traumprinzen bzw. ihrer Traumprinzessin zu begegnen, weil sie selbst zum Prinzen oder zur Prinzessin geworden sind.
Paarsessions mit anderen Paarkonstellationen
Paarsessions sind nicht nur für Liebespaare geeignet. Sie lassen sich auch auf alle anderen Beziehungskonstellationen anwenden, z.B. Vater/Mutter – Tochter/Sohn, Geschwister, Freunde, Nachbarn, Kollegen. Selbstverständlich werden dann die Themen andere sein. Aber auch hier können Paarsessions sehr gut erhellen, welche Beziehungsmuster hier eine Rolle spielen und wie diese gelöst werden können.
Nutze die Chance für eine Gratis-Paarsession!
Ein Encounter + eine Paarsession dauert ca. 3 Stunden und kostet im Normalfall 300 €. Eine gute Beziehung ist sicherlich sehr viel mehr wert!
Da ich erst anfange, Paarsessions zu geben und noch im Üben bin, biete ich für das erste Paar, das sich bei mir meldet, eine Paarsession gratis an! Je nachdem, wie es mir dabei geht, werde ich danach entscheiden, um welchen Preis ich weitere Paarsessions anbieten werde.
Also, wenn ihr bereit seid, an eurer Beziehung zu arbeiten und euch auf diesen Prozess einzulassen, dann meldet euch möglichst bald bei mir, um einen Termin zu vereinbaren.
