Yoga und Krebs

Dass Yoga bei Krebs hilfreich sein kann, ist mir natürlich schon lange klar. Denn Yoga ist ein sehr umfassendes, ganzheitliches System, das viele positive Wirkungen auf Körper, Psyche und Geist hat. Da Krebs eine komplexe Krankheit ist, die körperliche, emotionale und geistige Komponenten hat, ist es naheliegend, dass ein ganzheitliches System notwendig ist, um Krebs wirksam zu begegnen. Die konventionelle Medizin konzentriert sich ausschließlich auf den körperlichen Aspekt. Hier kann Yoga zweifelsfrei eine sinnvolle Ergänzung sein.

Im August 2022 habe ich bei Gaby Nele Kammler, einer Pionierin mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet in Deutschland, eine Ausbildung zur Yoga-und-Krebs-Trainerin gemacht. Diese Ausbildung ist sehr fundiert und beruht auf praktischer Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dass Yoga für Menschen mit Krebs – wie für alle anderen Menschen auch – die Lebensqualität erheblich verbessern kann, war für mich wenig überraschend. In dieser Ausbildung lernte ich aber auch viele Möglichkeiten, wie Yoga Symptome, die durch die Krankheit oder die Therapie hervorgerufen werden, konkret lindern kann.

Das motiviert mich nun sehr, Yoga für Menschen mit einer Krebserfahrung anzubieten.

Viele Studien belegen die Wirksamkeit von Yoga bei Krebs

Dass Yoga bei vielen – großteils durch die Behandlung hervorgerufenen – Beschwerden, die Krebskranke haben, helfen kann, ist durch etliche wissenschaftliche Studien klar belegt. Deshalb wurde Yoga in Deutschland 2021 sogar in die S3 Leitlinien für komplementäre Verfahren bei Brustkrebs aufgenommen. Yoga wird für Frauen mit Brustkrebs bei verschiedenen Indikationen also offiziell ausdrücklich empfohlen. Zu anderen Krebsarten gibt es weniger Studien. Das heißt aber nicht, dass Yoga nicht auch für Menschen mit anderen Krebsarten hilfreich sein kann.

Einige Fakten, die mir besonders wichtig erscheinen, möchte ich hier herausgreifen:

Nur im Parasympathikus können Heilungsprozesse optimal ablaufen

Unser Körper hat ein ausgeklügeltes Selbstheilungspotential. Damit dieses aktiviert werden kann, ist es wichtig, in einen entspannten Zustand zu kommen, wo das parasympathische Nervensystem aktiv ist. Unser heutiges Leben ist jedoch häufig von Stress geprägt. Ist dieser Stress nur von kurzer Dauer, kann unser Organismus gut damit umgehen. Wird der Stress jedoch zum Dauerzustand und kommen Phasen der Entspannung zu kurz, kommt es zu einem Ungleichgewicht in unserem Nervensystem. Der Sympathikus ist überaktiviert, der Parasympathikus zu wenig aktiv.

Das führt dann dazu, dass sich der Organismus nicht mehr regenerieren kann. Es kommt u.a. zu Verdauungsproblemen und Schlafstörungen und das Immunsystem wird geschwächt. Damit Heilungsprozesse in Gang kommen und optimal verlaufen können, ist es also essenziell, in einen Zustand zu kommen, in dem das parasympathische Nervensystem dominant ist. Also in einen Zustand körperlicher und geistiger Entspannung. Was ist dafür besser geeignet als Yoga?

Das Immunsystem stärken mit Yoga

Krebs kann nur entstehen, wenn das Immunsystem aus dem Ruder gelaufen ist. Denn dass maligne Zellen entstehen, passiert häufig. Normalerweise sind jedoch die Makrophagen zur Stelle und machen diese unschädlich. Nur wenn diese bei ihrer Arbeit versagen, können sich Krebszellen weiter vermehren, bis ein Tumor entsteht.

Die weißen Blutkörperchen, eine wichtige Komponente unseres Immunsystems, werden überdies bei Behandlungen wie Chemotherapie und Bestrahlung zerstört, was das Immunsystem weiter schwächt. Krebskranke sind dann besonders anfällig für Infekte aller Art. Und selbst Krankheitserreger, die normalerweise harmlos sind, können gefährlich werden. Deshalb ist eine Stärkung des Immunsystems für Menschen mit Krebs besonders wichtig. Yoga kann hier neben Sport einen wichtigen Beitrag leisten. Eine gut ausgebildete Muskulatur fördert die Entwicklung der weißen Blutkörperchen. Kräftigende Yogaübungen, vor allem Rückbeugen, aber auch Meditation, lassen die Zahl der B-Zellen und T-Zellen ansteigen. Und die Bewegung der Wirbelsäule in alle Richtungen ist der beste Immunflow.

Mit Yoga in die Herzenergie kommen

Was Heilungsprozesse ebenfalls unterstützt, ist auf der emotionalen Ebene die Herzenergie. Damit ist gemeint, dass das emotionale Empfinden auf Liebe, Verbundenheit, Vertrauen, Freude und Dankbarkeit ausgerichtet ist. Da eine Krebsdiagnose meistens vor allem Angst erzeugt und die übliche Behandlung noch eine zusätzliche Belastung darstellt, ist es für Menschen, die diese Diagnose bekommen haben, oft eine besondere Herausforderung, in die Herzenergie zu kommen. Bestimmte Yogatechniken, z.B. Mantren, Mudras, Visualisierungen und Meditationen können dabei jedoch enorm hilfreich sein.

Den Energielevel erhöhen gegen Ängste

Wie bereits erwähnt, erzeugt eine Krebserkrankung viele Ängste, sowohl bei den Betroffenen selbst als auch bei den Angehörigen. Angst vor der Behandlung, vor einem Rückfall, vor Schmerzen, einer Verschlimmerung des Zustandes. Angst vor Sterben und Tod bzw. vor dem Verlust eines geliebten Menschen. Angst ist der Energieräuber Nummer eins. Deshalb hilft ein bewusstes Erhöhen des Energielevels durch bestimmte Yogaübungen auch gegen Ängste.

Fatique in den Griff bekommen mit Yoga

Eine der häufigsten Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung ist die Fatique. Vor allem im fortgeschrittenen Stadium kann aber auch Krebs selbst Fatique zur Folge haben. Fatique bezeichnet eine ausgeprägte Müdigkeit, einen  Zustand, in dem sich die Betroffenen vollkommen erschöpft und energielos fühlen. Selbst einfachste Alltagsverrichtungen sind kaum mehr zu schaffen. Gegen Fatique gibt es keine wirksamen Medikamente. In einigen Studien kam jedoch heraus, dass von vielen komplementärmedizinischen Methoden Yoga am besten in der Lage war, Fatique zu bewältigen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen übrigens auch Studien über Depressionen. Und obwohl mir diesbezüglich keine Daten bekannt sind, gehe ich davon aus, dass auch eine Fatique, die mit Long Covid einhergeht, durch Yoga verbessert werden kann.

Verwunderlich ist das nicht. Denn im Yoga gibt es eine Reihe von Übungen, vor allem Pranayama, die die Lebensenergie erhöhen.

Was zeichnet eine Yoga-und-Krebs-Stunde aus?

Die oben genannten Studien über den Nutzen des Yoga für Menschen mit einer Krebserfahrung beziehen sich auf keinen besonderen Yogastil, sondern auf Yoga allgemein. Warum soll jemand, der Krebs hat und Yoga praktizieren will, dann in eine spezielle Yoga-und-Krebs-Stunde kommen und nicht in irgendeinen Yogakurs?

In einer Yoga-und-Krebs-Stunde stimme ich das Yogaprogramm auf das jeweilige Beschwerdebild und die speziellen Bedürfnisse der Schüler ab. Das heißt, bestimmte Übungen, die in einer normalen Yogastunde üblich sind, aber aufgrund der Krebsbehandlung, etwa nach einer Operation, nicht gemacht werden können oder dürfen oder die einfach unangenehm sind, werden weggelassen. Den Schwerpunkt bilden hingegen Übungen, die in der konkreten Situation des Schülers besonders hilfreich sind.

Vor der ersten Stunde ist deshalb ein persönliches oder telefonisches Vorgespräch unbedingt erforderlich, in dem ich bestimmte Fakten abkläre: Um welche Krebsart handelt es sich? Wann war die Diagnose? Welche Behandlungen hast du schon hinter dir bzw. hast du aktuell? Hast du noch andere Erkrankungen oder Einschränkungen? Hast du schon Erfahrung mit Yoga? Und was ist dein vordringliches Anliegen?

Wann kann Yoga bei Krebs gemacht werden?

Natürlich ist es am besten, so früh wie möglich mit Yoga zu beginnen, also am besten schon vor der Operation oder anderen Behandlungen. Prinzipiell ist Yoga aber in jedem Stadium der Erkrankung möglich, solange du noch bei Bewusstsein bist und selbstständig atmen kannst.

Vorerst biete ich Yoga-und-Krebs-Einzelstunden an. Eine Einzelstunde (60 Minuten) kostet 80 €, 3 Einzelstunden 225 €, 5 Einzelstunden 350 €, 10 Einzelstunden 600 €.

Bei entsprechender Nachfrage möchte ich in weiterer Zukunft auch mehrere Personen in einer Gruppe zusammenfassen.

Wenn du Interesse an einer Yoga-und-Krebs-Stunde hast, nimm am besten telefonisch mit mir Kontakt auf: +43/3133/2600.

Zusätzlich zu den Yoga-und-Krebs-Stunden biete ich auch ganzheitliche Krebsberatung an.

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